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von Rohdich’scher Legatenfonds

Stiftung des öffentlichen Rechts


Chronologie des von Rohdich'schen Legatenfonds


3. September 2018

Das Bundeswehr Sozialwerk veröffentlicht online und in seiner Mitgliederzeitschrift 3/2018 einen Artikel zum Wechsel im Vorstand des von Rohdich'schen Legatenfonds.

Alter und neuer Vorstandsvorsitzender zu Besuch beim Bundeswehr Sozialwerk

 30. August 2018

v.L.n.R. OTL P. Bernardy, Hptm Dr. C. Jürgens, Hptm a. D. E. Schüßling, OTL F. Gaebel, O a. D. P. Utsch, OSF d. R. W. Weiland, OSF R. Lueg

 

Der Vorstand des von Rohdich'schen Legatenfonds trat erstmals in seiner im Mai des Jahres beschlossenen Neubesetzung zur 3. Vorstandssitzung 2018 zusammen.

1. Juni 2018

Oberst a.D. Peter Utsch nimmt seine Tätigkeit als Vorsitzender des Vorstandes im von Rohdich'schen Legatenfonds auf;

24. Mai 2018

  • am 24. Mai 2018 hat nach 23 Jahren Vorsitz im Vorstand Oberst d.R. Albrecht Schwabe sein Amt zum 1. Juni 2018 abgegeben; erneut ging damit eine Ära zu Ende; bereits einen Tag zuvor hat der Vorstand des vRLF Herrn Oberst a.D. Peter Utsch zu seinem neuen Vorsitzenden und Oberstleutnant Frank Gaebel, von 1993 bis 1998 im Bataillon, zum Mitglied des Vorstandes gewählt; am Vormittag des 24. Mai fand die gemeinsame Sitzung mit den Partnern des vRLF statt;

    23. Mai 2018

  • der Vorstand des von Rohdich'schen Legatenfonds traf sich zu seiner 2. Sitzung im Jahr 2018;

    21. Mai 2018

  • der von Rodich'sche Legatenfonds unterstützt den Aufbau des Humboldt-Forums Berlin in der historischen Architektur des alten Berliner Stadtschlosses mit einer Spende für ein Ornament am Portal III, dem sog. Eosander-Portal;

    16. März 2018

Friedrich Wilhelm von Rohdich meets Friedrich Wilhelm I.

  • bereits zum wiederholten Male konnte die Stiftung von Rohdich'scher Legatenfonds am Geburtsort seines Stiftungsbegründers in Potsdam zum Erhalt von schutzwürdigem Kulturgut eintreten; so wurde am 16. März 2018 im Potsdam-Museum durch den Stiftungsvorsitzenden, Albrecht Schwabe, ein sogenanntes Stellvertreterportraits aus dem Jahr 1739 in die Königsgalerie des Museums eingereiht; das Gemälde stellt König Friedrich Wilhelm I. dar und wurde mit Mitteln einer Spende des Legatenfonds restauriert; Albrecht Schwabe hob in seinen Festworten hervor, dass Friedrich Wilhelm I. sozusagen der erste Förderer des noch jungen Rohdichs gewesen ist und damit den äußerst erfolg- und segensreichen Weg Rohdichs unter drei Königen begründet hat;

    2. März 2017

  • am 2. März 2017 fand die gemeinsame Jahrestagung mit unseren Kooperationspartnern, dem Bundeswehrsozialwerk e.V., der Heinz-Volland-Stiftung und dem Soldatenhilfswerk e.V. in Bonn statt;

  • in Anwesenheit des Vorsitzenden des Soldatenhilfswerk e.V., Herrn Generalleutnant Eberhard Zorn, wurden die Ziele für das Jahr 2017 abgesteckt und eine Feinjustierung der kooperativen Zusammenarbeit vorgenommen;

    1. Januar 2017

  • Hauptmann a.D. Ernst Schüßling, vom 1.4.2001 bis 31.10.2016 Peronaloffizier im WachBtl BMVg, wird angestellter Geschäftsführer des von Rohdich'schen Legatenfonds;

  • sein Amt als Geschäftsführer des Semper talis Bundes muss er daher nach sechs Jahren erfolgreicher Tätigkeit abgeben;

    31. Dezember 2016

  • Heinz-Günter Jansen scheidet am 31. Dezember 2016 auf eigenen Wunsch als dritter Geschäftsführer seit 1880 und als Vorstandsmitglied aus dem von Rohdich´schen Legatenfonds (vRLF) nach fast 24jähriger Zugehörigkeit aus;

  • damit verlässt ein Urgestein des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung die letzte der herausgehobenen Positionen, die er während seiner 36jährigen Dienstzeit in der Bundeswehr und danach innehatte: davon 23 Jahre im Wachbataillon (zuletzt als Kompaniefeldwebel der zweiten Kompanie), 38 Jahre als Geschäftsführer des Semper talis Bundes (StB) und 24 Jahre als Geschäftsführer des Legatenfonds;

15. Oktober 2016

  • der Legatenfonds schließt eine Kooperationsvereinbarung mit der Deutschen Härtefallstiftung ab;

22. und 23. August 2016

  • es findet die gemeinsame Sitzung der Vorstände des vRLF und des Bundeswehrsozialwerks im Hause „Norderoog“ auf Norderney statt;

 

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17. Juni 1997

Die Herren Albrecht Schwabe, Heinz-Günter Jansen und Dr. Korte nehmen an der Grundsteinlegung für den Neubau der DG-Bank (heute DZ-Bank) am Pariser Platz 3 in Berlin teil. Unter dem Motto "Wir bauen unser Haus - Stein um Stein" erfolgt um 11.00 Uhr die Begrüßung durch den Vorsitzenden des Vorstandes Dr. Bernd Thiemann. Grußworte geben Staatssekretär Wolfgang Branoner, Senatsverwaltung für Wirtschaft und Betriebe sowie Wolfgang Grüger, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e. V. 11.30  Uhr nimmt Albrecht Schwabe mit den genannten Personen den Ersten Spatenstich vor. 

 

 

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13. März 1942

Die Stiftung, vertreten durch den Vorsitzenden Herrn zu Putlitz und den Rendanten Wilhelm Klenske, erwirbt die Villa Jägerallee 16 in Potsdam; die Vollmacht dafür haben unterzeichnet:

  • Major z. V. Freiherr von Plettenberg

  • Oberleutnant von Rohr, Adjutant Inf.-Ers.-Btl 9

  • Stabszahlmeister Just, Inf.-Ers.-Btl 9

  • Amtsrat Frentrup, für den Semper talis Bund

  • Feldwebel Hermanns, Inf.-Ers.-Btl 9

Die genannten sieben Herren bilden den damaligen Vorstand des von Rohdich'schen Legatenfonds;

 

9. Februar 1942 

Nachfolger des am Vortag über der Wolfsschanze abgestürzten Dr. Ing. Todts wird Albert Speer; seinen Dienstsitz hat er am Pariser Platz 4, dem Gebäude der Akademie der Künste;

8. September 1939

Die Stiftung von Rohdich'scher Legatenfonds, vertreten durch den Vorsitzenden Carl Hans von Hardenberg-Neuhardenberg, erwirbt das Wohnhaus Wollnerstraße 14 in Potsdam;

26. August 1939

Das Infanterie-Regiment 9 stellt das Infanterie-Ersatz-Bataillon 9, ab 1.12.1942 Grenadier-Ersatz-Bataillon 9, auf; die Kommandeure und zugleich Vorsitzende der Stiftung von Rohdich'scher Legatenfonds sind:

  • 1939 - 1940 Major Carl Hans Graf von Hardenberg-Neuhardenberg

  • 1940 - 1941 Major Friedrich Wilhelm von Wedel

  • 1941 - 1942 Major Siegfired Gans Edler Herr zu Putlitz

  • 1942 - 1943 Major Carl Freiherr von Lüninck

  • 1943 - 1944 Major d. R. Dr. Herbert Meyer

  • 1944 - 1945 Major Paul Klasen

Die Zuständigkeiten der Stiftung von Rohdich'scher Legatenfonds gehen, solange das aktive Regiment im Felde steht, auf das Ersatz-Bataillon über; für den Kommandeur des Infanterie-Regiments 9 tritt der jeweilige Kommandeur des Infanterie-Ersatz-Bataillons 9 zum Vorstand der Stiftung über;

  • berechtigte Kinder vor Kriegsbeginn aus dem Infanterie-Regiment 9 234, aus dem Ersten Garde-Regiment zu Fuß 30;

    9. Dezember 1938

Dr. Ing. Todt wird zum Genralbevollmächtigten für die Regelung der Bauwirtschaft (GB-Bau) ernannt; innerhalb weniger Wochen entsteht am Pariser Platz 3 die Dienststelle des GB-Bau;

Dezember 1936

Durch die Vermietung fast aller Räume an eine höhere Reichsbehörde stehen zur tageweisen Benutzung nur noch zwei Fremdenzimmer im von Rohdich'schen Legatenhaus zur Verfügung; um möglichst vielen Beteiligten die Benutzung der beiden Fremdenzimmer zu ermöglichen, wird die Benutzungsdauer im allgemeinen auf drei Tage festgesetzt;

1. Oktober 1936

Oberst Werner Freiherr von und zu Gilsa wird Kommandeur Infanterie-Regiment 9 und Vorsitzender der Stiftung von Rohdich'scher Legatenfonds;

1936

Am Rohdich'schen Legatenhaus am Pariser Platz 3 werden im Verlauf bis 1943 Baumaßnahmen durchgeführt; sie beinhalten eine Terasse nach dem Garten, den Wohnungsbau für den Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen, Dr. Ing Todt, den Neubau eines Luftschutzkellers im Garten, den Ausbau des Kasinokellers als Luftschutzkeller, die Aufstockung des kleinen Ostflügels und den Neubau eines Pavillons im Garten;

1. Juli 1936

Leutnant der Landwehr a. D. Wilhelm Klenske begeht sein 25jähriges Dienstjubiläum bei der Stiftung von Rohdich'scher Legatenfonds;

15. Oktober1935

Oberst Walter Fischer von Weikersthal wird Kommandeur Infanterie-Regiment 9 und Vorsitzender der Stiftung von Rohdich'scher Legatenfonds;

30. Juli 1935

  • es werden neue Geschäftsordnungen für den Vorstand und für den Geschäftsführer des von Rohdich'schen Legatenfonds erlassen, die durch das III. Armeekorps, unterschrieben: "Berlin, 30. Juli 1935, Der Kommandierende General, gez. Erwin von Witzleben." (20.07.1944)

  • der Vorstand besteht aus:

   1. dem Kommandeur des Traditionstruppenteils des EGRzF,

   2. einem Kompaniechef,

   3. einem verheirateten Unteroffizier des Traditionstruppenteils,

   4. dem dienstältesten Zahlmeister des Traditionstruppenteils,

   5. dem Geschäftsführer,

   6. und 7. zwei Angehörigen des Regimentsvereins des EGRzF, die vom 

      Führer des Regimentsvereins bestimmt werden, sie sind Mitglieder solange,       Bezugsberechtigte aus dem ehem. EGRzF vorhanden sind;

  • die Geschäftsordnung für den Geschäftsführer enthält u.a. folgende Aufgaben,

  • Erledigung aller aus der Verwaltung sich ergebender Geschäfte, wie:

      - Hausverwaltung Pariser Platz 3,

      - Führung der Kartothek für die Pfleglinge,

      - Verwaltung der Grundstücke in Pootsdam,

      - Aufsicht über den Pförtner und Heizer am Pariser Platz 3,

      - vorteilhafteste Vermietung und Ausnutzung der Wohnungen,     

        Fremdenzimmer, Garagen und Gelasse am Pariser Platz 3,

      - verantwortlich dafür, dass sich das Gebäude stets in einem guten

        baulichen Zustand befindet und in ihm Sauberkeit und Ordnung herrscht,

      - laufende Instandhaltung und Pflege der Grabstelle des Generals von

        Rohdichs;

30. März 1935

  • Vorsitzender der Stiftung von Rohdich'scher Legatenfonds ist der Kommandeur des Infanterie-Regiments Potsdam, Oberst Busch; 

  • Geschäftsführer bleibt wie bisher, Leutnant der Landwehr Wilhelm Klenske;

  • eine neue Stiftungsverfassung mit 13 Paragraphen wird notwendig, da nach den neuen Wehrmachtsverhältnissen, auch die Stiftungszwecke angepasst werden mussten;

  • Auszüge: "die Stiftung verwendet ihre Mittel zur Erleichterung  der Erziehung von Kindern der Unteroffiziere, Mannschaften und Beamten im Unteroffizierrange des Traditionstruppenteils des ehemaligen EGRzF, das ist die 1. Kompanie Infanterie-Regiment Potsdam (ab 1.10.1935 Infanterie-Regiment 9), und des ehemaligen 1. Garde-Regiments zu Fuß, solange solche Kinder vorhanden sind.";

    aufgrund einer Verfügung des Oberkommandos des Heeres vom 17.6.1937 kommen im Juni 1937 die berechtigten Kinder von Unteroffizieren und Mannschaften aus dem Regimentsstab, der 2./-, 3./-, 4./-, 13./- und 14. Kompanie sowie aus dem Musikkorps (gehört zum Regimentsstab) hinzu;

  • die Stiftungsverfassung vom 30. April 1930 (unbekannt) tritt außer Kraft;

  15. Dezember 1934

  • anläßlich des Weihnachtsfestes erhielten die Pfleglinge des Legatenfonds eine einmalige Beihilfe von 50 Reichsmark; insgesamt wurde ein Betrag von 8.850 RM überwiesen;

  • von 1935 bis Mai 1945 werden wieder monatliche Unterstützungsgelder in Höhe von 50 RM gezahlt;

1. Dezember 1933

  • die Organisation Todt (OT), später Reichsministerium für Bewaffnung, Ausrüstung und Munition, wird Mieter aller Räume des Hauses Pariser Platz 3;

  • lediglich die beiden Vertreter des Hausherrn, der Vorsitzende und der GEschäftsführer des Legatenfonds, Major a.D. Rolland Küpper und Leutnant a.D. Wilhelm Klenske, sowie der stv. Bundesvorsitzende des Semper talis Bundes, Hauptmann a.D. Graf von Hardenberg-Neuhardenberg, behalten bis 1936 bzw. 1945 ihre Wohnungen/ Zimmer im ostwärtigem Seitenflügel; 

25. Juni 1933

  • Hauptversammlung des Semper talis Bundes in Postadam, Hotel Obelisk;

  • Tagesordnungspunkt 9, von Rohdich'scher Legatenfonds, Major a.D. Küpper berichtet: "Im letzten Semper talis Blatt schrieben wir, dass es u.U. wird es ab Herbst möglichsein wird, in geringem Umfang Unterstützungszahlungen wieder aufzunehmen. Davon muss der vRLF leider Abstand nehmen. Der Legatenfonds hat an Steuern und sonstigen Lasten jährlich 40.000 Reichsmark zu tragen. Die EInnahmen sind aber so gering, dass nur knapp die Steuern gedeckt sind.

6. Mai 1933

  • in den leerstehenden Räumen der Casino-Gesellschaft des Legatenhauses ist seit Frühjahr die "Nationale Gaststätte" eingerichtet; der Verein Ehemaliger Kameraden EGRzF Berlin veranstaltet hier ein Frühlingsfest mit einer Kaffeetafel im Garten; die Gaststätte schließt im Herbst 1933 bereits wieder;

27. April 1933

  • verstirbt in Potsdam Generalleutnant a.D. Friedrich von Friedeburg, letzter Friedenskommandeur des 1. Garde-Regiments zu Fuß und Vorsitzender des Vereines der Offiziere des EGRzF; Gen. v. Friedeburg setzte sich sehr für den Erhalt und die Belange der Stiftung v. Rohdich’scher Legatenfonds ein;

  • „Auch die Kinder werden seiner Gedenken: wenn der Sommer kam, wenn nach dem Quartier in der Kaserne die Reise nach Neusorge angetreten wurde, kam auch zu früher Morgenstunde Exzellenz von Friedeburg mit Gattin auf den Bahnhof, um Kinder und Waisen zu begrüßen und ihnen damit die Verbundenheit mit den alten Regiment zu bekunden.“

1932

  • da die leerstehenden Räume im Legatenhaus nicht vermietet werden können und folglich keine Mieteinnahmen erzielt werden, kann keine Unterstützung gewährt werden;

  • das Haus steht zwischen 1932 und 1933  1 ¾  Jahre leer;

ab 1931

  • verschickt der von Rohdich'sche Legatenfonds die Kinder nach Schloß Bredeneck bei Preetz in Schleswig-Holstein;

  • infolge der wirtschaftlichen Lage können nur  160 Kinder in 2 Etappen verschickt werden:  Kinder aus dem nördlichen Deutschland vom 27.6. - 31.7., Kinder aus dem westlichen und südlichen Deutschland vom 7.8. - 10. 9.;

  • Schloß Bredeneck ist ein Herrensitz in reizvoller Lage, den Baron von Donner auf eine Reihe von Jahren an das Burckhard-Haus in Berlin-Dahlem verpachtet hat; das Burckhard-Haus, eine evangelische Einrichtung, hat in Schloß Bredeneck eine Erholungsstätte, hauptsächlich für alleinstehende Frauen und Mädchen geschaffen und wird hierbei von der schleswig-holstein. Landeskirche unterstützt;

1931

  • zwischen 1921 und 1931 wurden an Unterstützung für Witwen und Waisen insgesamt 758.000 Mark ausgezahlt;

1930

  • in Neusorge werden nur noch Kinder bis zum 14. Lebensjahr aufgenommen;

  • für Jugendliche, die das 14. Lebensjahr überschritten haben, stehen Mittel in Anbetracht der 350 zu versorgenden Waisenkinder nicht mehr zur Verfügung; am 9. Sept. 1930 beendigt der letzte Kindertransport seine Ferien auf Schloß Neusorge; Aufgabe des Heimes Neusorge von Schwester Elsa und Schwester Anni Rothe; die noch verbleibenden 25 Stammkinder siedeln zum Abschluß ihre Erziehung nach Dresden über;

1929

  • unterstützte Kinder: 370; der von Rohdich'sche Legatenfonds ist einzig und allein für Erziehungszwecke bestimmt (keine Witwenbeihilfe, keine Unterstützung für Altveteranen der Einigungskriege); 

  • von der Stiftung werden übernommen Reise- und Aufenthaltskosten, keine Bekleidungsbeihilfen; der Legatenfonds besitzt keine eigene Ferienheime, sondern nimmt das Anerbieten Schwester Elsas in Anspruch, Kinder auf Neusorge aufzunehmen; es wurden Mai 1929  400 Kinder angemeldet, die Mittel reichen jedoch nicht aus, alle Kinder zu berücksichtigen; die Verschickung wird in 2 Raten durchgeführt, die erste Rate vom 28. Juni - 3. August (100 Plätze) umfaßt Kinder aus dem nördlichen Deutschland (Berlin, Potsdam, Hannover, Magdeburg, Erfurt, Weimar, Halle, ein Teil v. Westfalen, Schleswig-Holstein); die zweite Rate vom 3. August bis 10. September (120 Plätze): Rheinland, Westfalen, Mosel, Hessen-Nassau;

  • es können höchstens 220 Kinder verschickt werden. Erstmals wurde eine Anzahl von Kindern, die für Neusorge schon zu groß geworden waren, bei Semper talis - Kameraden in Schleswig-Holstein untergebracht;

1928

  • Unterstützte Kinder und Jugendliche: 361;

  • es konnten alle Meldungen berücksichtigt werden, in Neusorge unter-gebracht: 212 Kinder, Burg Daber bei Wittstock: 14, Helgoland: 7, Ahrenshoop an der Ostsee: 7, Elgersburg/Thüringen: 1, Benneckenstein: 2; sieben große Jungen durften die Herbstferien auf Schwester Elsa Brändströms Gut Schreibermühle bei Lychen verleben;

14. Mai 1927

  • die Stiftung wird von einer Immediatkommission verwaltet, die aus den Herren besteht, die 1919/1920 die Abwicklung des 1. Garde-Rgts vornahmen sowie zwei Regierungsvertreter aus dem Staatsministerium; es können nur Erziehungsbeihilfen an Kinder gezahlt werden, deren Vater in Krieg oder Frieden dem EGRzF angehört haben (also nicht die aus dem EGRzF hervorgegangen Truppenteile);

  • die Semper talis - Jugendgruppe Berlin unternahm am die erste Frühlingsfahrt an den Müggelsee, am 24. 6. nahm sie an der Sonnen-wendfeier des Hermannbundes auf der Festwiese im Grunewald teil;

    Unterstützte Kinder: 247 (einschl. 20 der Traditionskompanie). Monatl. Unterstützung der Waisen 30 M., nach Schloß Neusorge wurde 96, nach Burg Daber bei Wittstock 6 und nach Helgoland 7 Kinder verschickt;

     

  • Aus dem Brief eines Familienvaters im Rheinland:

" Gerade den ...Kindern, die so wenig Gelegenheit haben, aus der Großstadt heraus in die freie Natur zu kommen,  wird diese Art der Erholung noch lange von nachhaltiger Wirkung sein. Die unvergeßlichen Eindrücke der Reise, der Aufenthalt  in Potsdam, der Hohenzollernstadt, die Unterkunft und das Leben in Scholl Neusorge selbst, die näheren und weiteren Ausflüge von dort sind Erlebnisse, die sie später zu den schönsten Erinnerungen ihres Lebens zählen werden. Die Einfachheit und Schlichtheit, mit der der Betrieb in Schloß Neusorge nach altpreußischem Muster geleitet wird, wird hoffentlich dazu bei-tragen, unser heutige, so anspruchsvolle Jugend an das zu erinnern, was den preußischen Staat einst so groß gemacht hat. Wir erkennen gerade dies in vollem Maße dankbar an".

 

1927

  • es können 209 Kinder unterstützt werden, davon 20 der 1. Kp. InfRgt 9.

  • Im RechnungsJahr 1926/27 werden rund 60.000 Mark an Unterstützung gezahlt; 80 Kinder sollen nach Schloß Neusorge gesandt werden; Major a.D. Küpper regt das Jugendwandern in den Ortsgruppen des Semper talis-Bundes an;

 12. Juni 1926

  • anläßlich des Regimentstages in Potsdam trafen sich die Kinder und Mütter aus Berlin und Potsdam zu einer Feier, ebenfalls zur Weihnachts-feier auf Petershöhe am 18. 12. 1926;

  •  

    Auch in Berlin-Potsdam wird eine Jugendgruppe gegründet, die am 28. 8. eine Wanderung nach Werder unternahm, dort in der Jugendherberge (20 Pfg. pro Kopf) übernachtete, über Bismarckshöhe um den Schwielowsee nach Ferch und mit dem Schiff zurück nach Potsdam fuhr;

1926

  • können 135 Kinder einschl. 9 der 1. Kp. InfRgt 9 unterstützt werden, es werden im RechnungsJahr 1925/26 insgesamt ausgezahlt: 28.125 Mark;

Nachrichtenblatt

  • 54 erholungsbedürftige Kinder aus dem Rheinland fahren mit Major a.D. Küpper nach Neusorge; Wilhelm Klenske, der Rendant der Stiftung vLR, betont, daß der Legatenfonds im Stiftungsjahr (1796) mit Zahlungen von 8 Groschen begonnen habe; durch den Ausbau und die restlose Ausnutzung des Hauses Pariser Platz 3 konnte dieser Betrag bis auf 20 Mark pro Kind im Jahre 1926 anwachsen;

  • Im Großen Militärwaisenhaus zu Potsdam befinden sich 1926 4 Vollwaisen des EGRzF, 1 x 2 Geschwister, 1 x 3 Geschwister;

Major a.D. Küpper (links im Bild) mit den Kindern auf Tour

 

  • Im Bericht der Gruppe Krefeld des S.t. Bundes heißt es ferner:   

    "Wie strahlten die Augen der Kinder, die in diesem Jahre aus der Kur zurückkehrten, wie sprachen sie in heller Begeisterung von "ihrem" Herrn Major!  Major Küpper muß es in Neusorge verstanden haben, die Herzen der Kinder im Fluge zu gewinnen. Ein Junge aus Krefeld schilderte uns noch ein Beispiel von der Liebe des Majors zu den Zöglingen. Bei ihrer Rückkehr aus Neusorge mußten einige Kinder in  Berlin im Rodich'schen Legatenhause übernachten. Weil nun nicht genügend Platz vorhanden war, trat Herr Küpper sein Bett an zwei kleine Mädchen ab und schlief mit den Jungens auf dem Speicher auf Matratzen. Möge sich mancher Familienvater ein Beispiel an dem Junggesellen Major Küpper nehmen".

  • Bei der Feierstunde mit den Kindern wurde in Krefeld die erste Semper-talis Jugendgruppe gegründet; Die Stiftung betreut 189 Kinder.

 1925

  • Aus: Anonym, d. i. Friedrich v. Reißwitz: Gestalten rings um Hindenburg, Dresden 1928, S. 134:"….Die ehemalige Hofgesellschaft trifft sich heute vor allem im sogenannten Adligen oder Großen Kasino, dass in den Parterreräumen des Hauses Pariser Platz 3a untergebracht ist. Da dort vor dem Krieg fast nur ältere Herren verkehrten, nannten es die Jüngeren despektierlich Schautenhaus…."

  • Der Legatenfonds kann trotz der Inflation von 1923 erhalten werden; er unterstützt nur bedürftige Kinder gefallener Kameraden, nicht hilfe-bedürftige Kameraden selbst. (Für diese soll von allen Semper talis Mitgliedern eine Umlage von 1 Mark kassiert werden)

  • Schwester Elsa Brändström ermöglicht erstmals 11 Kindern einen erholungsreichen Sommeraufenthalt von 6 - 8 Wochen in ihrem Kinderheim Schloß Neusorge; es liegt nördlich von Chemnitz in Sachsen, unweit von Alt-Mittweida und wenige Minuten von Zschopau und dem kleinen Dorf Zschöppischen entfernt in einem von reich gewundenen Tälern durchschnittenen freundlichen Hügelland;

  • das Schloß, der Bau hatte 1745 begonnen, wurde durch den siebenjährigen Krieg nicht vollendet und überdauerte als halbfertiger Bau eineinhalb Jahrhunderte, im Innern kaum ausgebaut, bis es zum Kinderheim ausgebaut wurde; der merkwürdige Name Neusorge wird abgeleitet von dem Vorwerk, slawisch "sorgan", das zu der Burg der Ritter von Zschöppischen gehörte; Neusorge heißt also übertragen "Neues Vorwerk" . Von 1440 bis 1609 gehörte Neusorge und Umgebung der Familie von Schönberg, von 1609 bis 1689 war es ein kurfürstliches Amt und kam dann in den Besitz der Familie von Arnim; nach dem 1. Weltkrieg richtete Schwester Brändström ein Kinderheim ein, dass zahlreichen Kindern, deren Väter in russischer Gefangenschaft verstarben, eine dauernde Heimat bot, und vielen anderen einen vorübergehenden Erholungsurlaub; allerdings umschreibt der Name "Neusorge" auch den Zweck des Kinderheimes recht gut, denn es ist eine neue Art Sorge für Kinder, die sich nicht nur leibliche Gesundheit und Pflege zum Ziele gesetzt hat, sondern vor allem „Herzenssonne“ spenden will und mit der Fürsorge, die den Kindern selbst widerfährt, unmerklich zu eigenen Pflichten, Nächstenliebe und steter Hilfsbereitschaft anleitet;

Schloß Neusorge 1920 


aktuell, bedroht durch Verfall

 

 April 1925

  • Major a.D. Roland Küpper, ehemals EGRzF, schreibt  im Semper talis- Nachrichtenblatt:

"...Ein Haus aber hat sein Gesicht nicht verloren und die beiden den Eingang flankierenden steinernen Grenadiere halten treue Wacht. Es ist das Haus des alten ersten Garde-Regiments, das Haus des von Rohdich'schen Legatenfonds. Der Grund und Boden, auf dem es steht, war und ist seit über hundert Jahren eine Quelle von Generationen von Soldatenkindern. - Versetzen wir uns 70 Jahre zurück, so sehen wir an seiner Stelle ein schlichtes Haus, Erdgeschoß und Oberstock, als einzigen Schmuck im Giebel das Wappen des Stifters, General von Rohdichs, und wenn uns Phantasie beflügelt, so sehen wir auf der Freitreppe den alten Feldmarschall Wrangel stehen, der damals das Haus bewohnte, vom täglichen Spazierritt zurück, wie er den pfiffigen Berliner Schusterjungen  die gewohnten Groschen spendet, voll behaglicher Freude beobachtend, wie sich die Bengels balgen.( ).  Im Wirrsal der letzten Jahre hat auch die Stiftung keine leichten Zeiten hinter sich, dennoch war es ihr möglich, im letzten Rechnungsjahr  über 8.000 Mark an Kinderhilfen und Unterstützungen zu verteilen. ... Die Vorstände der Gaue und Ortsgruppen werden gebeten, innerhalb des Bundes Umschau zu halten nach Kindern von Gefallenen, Doppelwaisen, sorgenden Müttern, denen Mittel nicht zur Verfügung stehen und besonders befähigten Kindern von Gefallenen, denen eine Unterstützung zu gönnen wäre, sowie solche, die Sommer-Erholung besonders nötig haben."  (Semper talis-Nachrichtenblatt Nr. 19)

  • Nach der Satzung sind Kinder, deren Väter beim 1. Garde-Reserve-Regiment (aus dem 1. Garde-Rgt. z. F. gebildet) oder dessen Ersatz-bataillon dienten, nicht unterstützungsberechtigt;

Ende 1923

  • Die Summe aller Stiftungen des ehem. EGRzF, die der Inflation zum Opfer fallen, beträgt rund 150.000 M;

     

     

    17. Mai 1923

    Semper talis Nachrichtenblatt 12/Juli 1923 Generalleutnant a. D. von Friedeburg:

    "Am 17.5. d.Js. ist das Garnison-Museum Potsdam im früheren königlichen Marstall am Lustgarten eröffnet worden. Es enthält u.a. .... einige große Schlachtenbilder (Leuthen, Paris u.a.) und Uniformbilder aus dem Besitz des Offizierkorps im früheren Regimentshause."

     

     

    1923

  • der Semper talis Bund hat einen "Raum des Ersten Garde-Regiments zu Fuß" im neuen Garnisonmuseum Potsdam im Marstall am Lustgarten eingerichtet und hier viele Exponate ausgestellt, auch der aus dem Gehstock des Generals von Rohdich gefertigte Tambourstock;

  • zuvor stand dieser Stock bis 1918 an einem Ehrenplatz im Regimentshaus, dann bis 1923 im Offizierkasino IR 9 und nachfolgend bis zu seiner Ausagerung in das Schloß Paretz 1944 im Garnisonmuseum im Marstall;

28. April 1922

  • die Stadtverordnetenversammlung Potsdams beschließt die "Einrichtung eines Museums im Reitstall": "In den Beständen des Städtischen Museums befindet sich bereits eine große Anzahl von Ausrüstungsstücken der Regimenter der ehem. Potsdamer Garnison, Hinzu kommen die aus Nachlässen des ehem. 1. Garde-Regiments zu Fuß und des Regiments Gardes du Corps leihweise übernommenen Gegenstände und Bilder, sowie vom Berliner Zeughaus zur Verfügung gestellten Uniformgruppen und Bilder;

29. November 1921

  • der preuß. Ministerpräsident Otto Braun erlässt eine neue Verfassung für die Stiftung von Rohdich'scher Legatenfonds, er ermächtigt die Kommission aus der Abwicklungszeit des EGRzF zur Fortführung der Geschäfte und stellt ihr zwei Mitglieder des preuß. Staatsminiteriums bei;

  • an die Spitze der Kommission (des Vorstandes) von Rohdich'scher Legatenfonds steht seit 1. April 1920 anstelle des Majors a. D. von Natzmer der Major a. D. Küpper, nunmehr Referent im Reichsministerium des Innern, Küpper bleibt Vorsitzender vRLF bis 1935;

1921 - 1923

Im von Rohdich'schen Legatenhaus in Berlin, Pariser Platz 3, wohnen folgende ehemalige Offiziere und Unterführer des alten Ersten Garde-Regiments zu Fuß, 1921 Mitglieder des Semper talis Bundes mit ihren Familien:

  • Major a. D. Franz von Stephani 1921 - 1932,

  • Major a. D. Roland Küpper 1919 - 1932,

  • Major a. D. Achim von Armin,

  • Hauptmann a. D. Müller,

  • Oberleutnant a. D. Dr. jur. Rüdiger Graf von der Goltz,

  • Oberleutnant a. D. August Victor von Ilberg,

  • Leutnant a. D. Hans-Detlof von Winterfeldt,

  • Leutnant der Landwehr a. D. Wilhelm Klenske,

  • Leutnant der Landwehr a. D. und Reichbankbeamter Heinrich Frentrup;

28. August 1921

  • In der Sitzung des Vereines der Offiziere des alten EGRzF (e.V.)  wird berichtet, daß die Kriegsstiftung von 1915 endgültig dem Regiment verblieben ist, sie befindet sich bei der Kasse des Vereins.

  • Da die Möglichkeit der Unterstützung nach Maßgabe der vorhandenen Mittel von der Zahl der sich Meldenden und der Dringlichkeit des Notstandes abhängt, bittet Major d.R. Roland Küpper um Erkundigung, ob Kinder von ehemaligen Angehörigen des EGRzF bekannt sind, deren Vater im Felde gefallen oder an Krankheit verstorben ist und welche außerdem noch ihre Mutter verloren haben, ferner solche, deren Mutter noch lebt, aber einer Unterstützung bedürftig sind;

  • Auf diesen Aufruf hin konnten 11 Doppelwaisen und 29 Halbwaisen ermittelt werden, denen allen rückwirkend ab 1. Juli 1925 ein monatliches Kindergelb vom 20 M fortlaufend gewährt werden kann. Insgesamt werden durch den Fond 82 Kinder unterstützt; 

2. Mai 1921

  • aus 6 verschiedenen Vereinigungen Ehemaliger des Ersten Garde-Regiments zu Fuß wird der Semper talis-Bund, der allen ehem. Angehörigen des Regiment und der aus ihm hervorgegangenen Truppenteilen offensteht, gegründet;

1921

  • ein Teil der ehemaligen Regimentshauseinrichtung kommt leihweise in das Museum Potsdam, in dem ein besonderer Raum für das Regiment eingerichtet wurde, ein Teil wird verkauft und das Silber bleibt einstweilen in der Bank;

  • die Bilder der Kommandeure kommen auf Beschluß des Versammlung in das Museum, die der lebenden Kommandeure in das Vereinszimmer (ehem. Gardes du Corps-Kasino, Am Kanal 2);

  • die Bilder der gefallenen Kameraden werden mit der früher im Spielzimmer befindlichen Holztäfelung im Museum aufgenommen;

  • der letzte Regimentsführer des 1. Garde-Regiments zu Fuß, Major Siegfried Graf zu Eulenburg-Wicken (PLM mit Eichenlaub) gründet in Potsdam mit anderen Offizieren den Verein ehemaliger Offiziere des 1. Garde-Rgt. zu Fuß;

1. April 1921

  • nach Abschluß der Abwicklung des alten Heeres werden die Fonds und Stiftungen von verschiedenen Reichsministerien verwaltet;

  • für Offiziere: Pensionsabt. ehem. Heer im Reichsmin. des Innern

  • für Mannsch.: Reichsmin. für Arbeit, Die Fonds für Mannschaften sollen regimenterweise zusammengefaßt und den örtlichen Fürsorgestellen überwiesen werden; für den Rohdich'schen Legatenfonds ist zuständig die Brandenburgische Hauptfürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene in Berlin; gemischte Fonds f. Mannschaften und  Offiziere werden ebenfalls v. Reichsarbeitsministerium verwaltet; aus den Fonds für Mannschaften (darunter vermutlich der RLF, der namentlich nicht erwähnt wird) werden zwischen Dez. 1920 und Juni 1921 an Invaliden, Witwen, Waisen ausgezahlt: 15.124,65 Mark;

Bericht im Semper talis Mitteilungsblatt 1921, Heft 3, Seite 8

 

1919 - 1921

  • die Reste des ehem. 1. Garde-Regiments zu Fuß und weiterer Potsdamer Truppenteile werden in verschiedenen Freikorps zum Schutze der deutschen Ostgrenze sowie bei inneren Unruhen im Reich eingesetzt; sie bilden den Grundstock für das 1921 errichtete 9. (preuß.) Infanterie-Regiment (Standort: Potsdam, III./Spandau, A:/Wünsdorf).

November 1918

  • mit dem Waffenstillstand und der folgenden Friedensverhandlungen in Versailles wird die deutsche Armee aufgelöst.

um 1916/1918

  • der Schriftleiter des Semper Talis-Blattes, bis Okt. 1925, Major. a.D. Immo v. Gayl, begegnet während seiner Gefangenschaft in Rußland im 1. Weltkrieg Schwester Elsa Brändström; auch nach Kriegsende bleibt die freundschaftliche Verbindung bestehen; 

  • Elsa Brändström, schwedische Philantropin, geb. Petersburg 26.3.1888, Verst. Cambridge, Mass. USA, 4.3.1948: als Delegierte des schwedischen Roten Kreuzes 1914-1920 maßgeblich an der Versorgung der Kriegsge-fangenen in Rußland und ihrer Rückführung beteiligt; beschaffte nach dem Ersten Weltkrieg in den USA und in Skandinavien Mittel zur Grün-dung von Arbeitssanatorien und Waisenhäusern in Deutschland;

  • heiratete später Uhlig (Brändström-Uhlig)

Herbst 1913

  • der neu errichtete Garten auf dem Gelände des ehem. Hoffbauer-schen Grundstücks wird in Gegenwart der Kinder des Legatenfonds eingeweiht;

  • im letzten Jahr vor Kriegsausbruch beträgt das monatliche Kindergeld 20 Mark; Schulgeldbeihilfen aus staatlichen Mitteln wurden außerdem gezahlt;

um 1910

  • beträgt das monatliche Kindergeld zwischen 15 und 18 Mark; 100 bis 120 Kinder werden unterstützt;

1904

  • Baedeker erwähnt das Haus am Pariser Platz (3a), das sog. adelige Kasino, Eigentum des Ersten Garde-Regiments zu Fuß, Baedeker: Handbuch für Reisende, Berlin und Umgebung, Leipzig 1904 Karl Baedeker-Verlag; 

  • die Vermietungen der Wohnungen im Legatenhaus erbrachten hohe Einnahmen; der 1. Stock brachte 21.000 Mark Miete und wurde lange Jahre vom Generaladjutanten König Wilhelms I., Fürst Radziwill, bewohnt; den unteren Stock hatte das große Kasino gemietet; Im Hinterhaus waren kleine Wohnungen eingerichtet, die an vorübergehend nach Berlin kommandierte Offiziere vermietet wurden; je ein Zimmer stand auch vorübergehend für den Vortänzer bei Hofe und den Regimentskommandeur des 1. GRzF zur Verfügung, wenn diese sich im Winter, während der Hofballsaison, in Berlin aufhalten mußten;

 1903

  • Der v. Rohdich'sche Legatenfonds erwirbt aus der Erbschaftsmasse der Hoffbauer-Stiftung ein Grundstück am Kanal (Villa und großer Garten, in unmittelbarer Nähe der Kaserne des 1. Garde-Regiments zu Fuß Potsdam;  in der Villa entstehen 10 Wohnungen für verheiratete Unteroffiziere,  jede Familie erhält ein kleines Stück Garten, der Hauptteil des Gartens wird Kinderspielplatz; das Haus übernahm später der Militärfiskus, der Garten blieb im Besitz des Legatenfonds

8. August 1896

  • Enthüllung des Denkmals für Friedrich Wilhelm v. Rohdich (Büste auf Stehle) in der Mitte des Turnplatzes auf dem Kasernengelände des 1. Garde-Regiments zu Fuß in der Priesterstr. (Verbleib des Denkmals unbekannt); Bildhauer: Prof. Erdmann Encke, Mitgl. der Kgl. Akademie der Künste; Erdmann Encke, *26 1. 1843 Berlin , + 7.7. 1896 Neubabelsberg, 1876 Aufnahme als ordentl. Mitglied und Senator in die Kgl. Akademie der Künste, ab 1882 Lehrer von Kronprinzessin Victoria (nachm. Dt. Kaiserin), Teilnahme an den Ausstellungen der Akademie bis 1890. Bronzestatuen von Hohenzollernkönigen im Zeughaus Berlin,, Sarkophage Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Augusta im Vorraum des Mausoleums Charlottenburg u.a. (Deutsche Biographische Enzyklopädie, 1996)

  • Zu den Mietern im Erdgeschoß des Gebäudes Pariser Platz 3  zählt bis 1931 die Casino-Gesellschaft Berlin, die hier ihre Clubräume unterhält. Gegründet als „Gesellige Vereinigung zur wissenschaft-lichen Belehrung gebildeter Männer“ im Todesjahr Friedrichs des Großen, 1786, besteht sie als Casino-Gesellschaft noch heute; 2016 Präsident: N.N., stv. Präs. Jörg Metner, Generalkonsul a.D.

1. Oktober 1894

  • Geschäftsführung des vRLF: Obristlieutenant Brunsich Edler v. Brun u. Premiere Lieutenant Graf v. Saurma-Jeltsch  übernehmen die Akten, die Kasse und die Belege; Die Rechnungsführung und Prüfung der satzungsgemäßen Verwendung der Gelder obliegt einem Beamten des Kriegsministeriums;

  • Die Auszahlung der Kindergelder erfolgte vierteljährlich durch den Regimentszahlmeister; In den letzten Jahren wurde außerdem aus der Milchküche des Vaterländischen Frauenvereins Potsdam für die kleinsten Kinder Milch geliefert;

1894

  • Die Zusammensetzung der Kommission zur Verwaltung der vRLF wird durch Kaiser Wilhelm II. geändert. Sie besteht aus:

dem Kommandeur, dem Oberstleutnant beim Stabe, einem Hauptmann und einem Leutnant des Regiments;

um 1880

  • Das monatliche Kindergeld beträgt 8 Mark, es wird später langsam auf 15  M. erhöht und beträgt in den letzten Jahren vor dem I. Weltkrieg 20 M; Während die Zahlung von Kindergeld früher mit Vollendung des 14. Lebensjahres des Kindes eingestellt wurden, wird es später unter bestimmten Voraussetzungen, z.B. im Krankheitsfalle, weiter gezahlt. Kindergeld wird bei Bedürftigkeit auch an Kinder von Militärbeamten, Zahlmeistern, Büchsenmacher (ehem. Unter-offiziere) sowie in besonderen Fällen auch an Kindern von verheirateten Rekruten gezahlt;

1880

  • Änderung in der Verwaltung; Aufgrund einer A.K.O. König Wilhelms I. tritt anstelle des Militärfiskus, vertreten durch das Erste Garde-Regiment als Eigentümer der "von Rohdich'sche Legatenfonds". Seine Verwaltung führt die vom König eingesetzte Immediatkommission (damit verbunden ist das Recht, sich direkt an den König zu wenden).

  • Die Stiftung hat die Rechte einer juristischen Person, damit ist sie eine selbständige preußische Stiftung; sie kann auch weiterhin ihre Aufgaben unter dem Schutze des Bürgerlichen Gesetzbuches und im Sinne des Stifters gewährleisten. Nutznießer sind die Kinder des Ersten Garde-Regiments zu Fuß; dem Stiftungsvorstand, gehören u.a. der Kom-mandeur des 1. Garde-Regiments sowie ein Vertreter des Unteroffizierkorps an;

Abschrift der A.K.O. von 1880

 

In Potsdam und Berlin werden die Vereine Ehemaliger Kameraden des Ersten Garde-Regiments zu Fuß gegründet. S.M. Kaiser Wilhelm I. stiftet den Vereinen, die ältesten Gruppierungen im Semper talis Bund, Vereinsfahnen, die heute im Bestand der militärhistorischen Ausstellung gezeigt werden.

 

1878 - 1880

  • unter den Baumeistern von Stralendorff, Rosemann und Jakob wird das neue von Rohdich’sche Legatenhaus mit einem Kostenaufwand von 720.000 Mk errichtet.

     

  • Das Ehewappen im Giebel zeigt im Schilde des Mannes das Wappen der fränkischen Freiherren v. Geuder, gen. Rabensteiner; der Schild der Frau das Wappen der zum brandenburgischen Uradel gehörenden Familie v. der Groeben; Da dieses Wappen irrtümlich für jenes des Generals v. Rohdich gehalten wurde, zierte es in Türverglasungen auch den Neubau des Hauses;

  • Auf dem Hauptfries des zweistöckigen Gebäudes sind über den Fenstern des ersten Stocks im Relief 8  verschiedene Kopfbedeckungen des 1. Garde-Regiments zu Fuß von der Gründung bis zur Gegenwart angebracht. Das Portal wird von lebensgroßen Sandstein-Skulpturen, einem Grenadier aus der Zeit Friedrich Wilhelms I. und aus der heutigen Zeit, flankiert;

     

  • die Casino-Gesellschaft unterhält ab 1.10.1880 (bis 1931) im Erdgeschoß ihre Clubräume, im ersten Stock wohnt der Flügeladjutant Kaiser Wilhelms I., Graf Arnim-Zichow, ab 1883 Gen. d. Art. Fürst Ferdinand v. Radziwill und Generaladjutant SM;

  • die Lage des Hauses im geschäftlichen Mittelpunkt von Berlin, das in dieser Gegend den Quadratmeter Boden mit über 2000 Mark bewertet, bürgt für die stete Wertsteigerung; Casino-Gesellschaft Berlin:

    gegründet als „Gesellige Vereinigung zur wissenschaftlicher Belehrung gebildeter Männer“ im Todesjahr Friedrichs des Großen, 1786, besteht sie als Casino-Gesellschaft noch heute; 2016 Präsident: N.N., stv. Präs. Jörg Metner, Generalkonsul a.D.;

Auszug aus dem Mietvertrag mit der Casinogesellschaft

 

1878

  • das Wrangel-Palais, vormals Rohdich'sche Haus,  wird wegen baulicher Mängel abgerissen;

ab 1860

  • betragen die Mieteinnahmen jährlich 24.000 Mark, das Kindergeld betrug ursprünglich 10 Silbergroschen pro Monat;

1849

  • Der kgl. preußische General-Feldmarschall v. Wrangel bewohnt das Gebäude bis zu seinem Tode 1877 als Dienstwohnung (Wrangel-Palais); Zwischen 1849 u. 1857 befanden sich dort auch seine Diensträume als Kommandierender General des III. AK (Berlin) und des Oberkommandos in den Marken;

     

  • Friedrich Heinrich Ernst Graf v. Wrangel, (*13. 4. 1784 Stettin + 1. 11. 1877 Berlin) kgl. preuß. General-Feldmarschall,  mit 12 Jahren Eintritt als Junker bei den ostpreußischen Dragonern, Kommandierender General der deutschen Bundestruppen im deutsch-dänischen Krieg, 1849 Oberkommandierender in den Marken, 1862 anläßlich seines 50jähr. Dienstjubiläums Ernennung zum Feldmarschall;

1843 - 1852

  • die Mieteinnahmen des Hauses Pariser Platz 3 betragen 10.287 Taler.

1829

  • die Mieteinnahmen des Hauses Pariser Platz 3 betragen 2.838 Taler;

19. September 1828

  • Eine Allerhöchste Kabinettsorder (A.K.O.) König Friedrich Wilhelms III. bestimmt für die Verwaltung des v.Rohdichschen Legatenhauses folgende Personen:

"den Kommandanten von Berlin, den Kommandeur des 1. Garde-Rgts. zu Fuß, der Garnison-Verwaltung-Direktor von Berlin. Die Kontrolle über die stiftungsmäßige Verwendung der Gelder wird dem kommandierenden General des Garde-Korps übertragen";

 

1820

  • ein von den Erben F.W. von Rohdichs angestrengter Prozeß auf Herausgabe des Hauses Pariser Platz 3 wird in allen Instanzen zugunsten des Regiments entschieden, da das Gericht von der AKO aus dem Jahre 1806 ausging, dass das alte Grenadier-Garde-Bataillon seinem Wesen nach in dem neu formierten Regiment fortdauerte; die Kinder der Regimentsangehörigen kommen ungeschmälert in den Genuß der Mieteinkünfte;

     

  • Mieter im Hause Pariser Platz 3 wird u.a. der preußische Rechtsgelehrte und Staatsmann Friedrich Karl von Savigny;

1817

  • Die Mieteinnahmen des Hauses am Pariser Platz 3 betragen 2.323 Taler;

1813

  • Nach Errichtung eines 2. Garde-Regiments zu Fuß erhält das 1. Regiment den Namen Erstes Garde-Regiment zu Fuß, den es bis zur Auflösung im November 1918 trägt;

1810

  • Da das Grenadier-Garde-Bataillon nach dem Kriege gegen Frankreich 1806 aufgelöst worden war, bestimmte eine Kabinettsordre König Friedrich Wilhelms III., daß auch die Kinder des Regiments Garde zu Fuß, welchem die Reste des Grenadier-Garde-Bataillons (Nr. 15a) einverleibt wurden, an den Wohltaten des von Rohdich’schen Vermächtnisses Anteil haben sollen und das Regiment Garde zu Fuß in die Rechte des vormaligen Grenadier-Garde-Bataillons eintritt:

„...und hat das Miltair Oeconimie Departement Vorschläge zu machen, wann und in welcher Art die Kinder des Regiments Garde zu Fuß nach und nach zur Theilnahme an den Wohltaten des Vermächtnisses zuzulassen sein würden, ohne der wohlwollenden Absicht des Stifters für die Kinder des vormaligen Grenadier-Garde-Bataillons insbesondere zu nahe zu treten, ingleichen wie das Haus am vortheilhaftesten benutzt werden könnte, um diese Stiftung für die Kinder immerwährend so wohlgültig zu machen.“ (1858, Reinhard, Geschichte).

 

  • Dieses Recht wurde im Grundbuch eingetragen und bestand bis 1872; der höchste Satz der monatl. Unterstützung für jedes Kind betrug 8 Groschen;

     

5. Dezember 1808

  • Nach Abzug der französischen Besatzung aus Berlin gelangen die Kinder des ehem. Grenadier-Garde-Bataillons, aus dem 1808 das Regiment kgl. Garde zu Fuß gebildet wurde, ungeschmälert in Genuß des Einkünfte des v. Rohdich’schen Legatenhauses; 

  • Im Nov. 1807 sind in Berlin  22.657 Mann, darunter 26 Generale, einquartiert; die Einquartierungskosten für das Haus belaufen sich auf insgesamt 1771 Thaler; (Regiment kgl. Garde zu Fuß = ab 1813 Erstes Garde-Regiment zu Fuß)

24. Oktober 1806

  • Einzug Napoleons in Berlin. Die französische Besatzung dauert bis zum 5. Dezember 1808; während dieser Zeit ruhen die Zahlungen aus dem Legat, dass zur Finanzierung französischer  Einquartierungskosten dienen muß;

14. Oktober 1806

  • Die preußische Armee unter dem Herzog Ferdinand v. Braunschweig wird bei Jena und Auerstedt von der Armee Napoleons vernichtend geschlagen;

14. August 1806

  • Tod Caroline Friederikes v. Rohdich; die Nutznießung der Mieteinnahmen fließt dem Bataillon jetzt in voller Höhe zu:

     

  • Der damalige Commandeur en chef des Grenadier-Garde-Bataillons,  Generalmajor von Lecoq, bestimmte: "daß die Einkünfte des Hauses den Eltern der Kinder zu deren Unterhaltung ausgezahlt werden sollten. Alle Kinder der in Reihe und Glied stehenden Soldaten des Bataillons sollten gleiche Ansprüche haben, die Kinder der Ausrangierten aber nur, insofern ihre Eltern nicht vermögend wären, aus eigenen Mitteln für ihre Erziehung zu sorgen und insofern sich die Eltern in Potsdam oder Werder aufhalten. Die Kinder der Beurlaubten wurden gänzlich von dem Genuß des Vermächtnisses ausgeschlossen". Die Unterstützung sollte bis zum vollendeten 13. Jahre gezahlt werden, und "nur Krüppel und Blödsinnige sie länger empfangen";

  • Einer Commission von Stabs- und anderen Officieren des Bataillons, unter specieller Leitung des Commandeurs en chef, wurde die Verwaltung der Gelder übertragen;

  • In dieser Weise wurde das Vermächtnis bis 1806 verwandt und verwaltet;

  • Nach der Auflösung des Grenadier-Garde-Bataillons als solches, durch die Ereignisse des Jahres 1806, blieben die Kinder der Leute vom Grenadier-Garde-Bataillon in dem Genuß der Unterstützungsgelder. Als diese Leute nach und nach aus dem neu formierten Garde-Regiment ausschieden, erließ der König eine Allerhöchste Cabinettsordre, wonach: „auch die Kinder des Regiments Garde zu Fuß, welchem die Reste des Grenadier-Garde-Bataillons einverleibt worden, an den Wohlthaten des von Rohdichschen Vermächtnisses Antheil haben sollten!“ Der höchste Satz der monatlichen Unterstützung wurde für jedes Kind auf 8 gGr. festgesetzt;

  • Dieser Allerhöchsten Cabinetsordre lag die Erwägung zu Grunde, daß das alte Grenadier-Garde-Bataillon seinem Wesen nach in dem neu formirten Regiment fortdauerte; (1858, Reinhard, Geschichte)

  • Die Zahlung kann aber durch die Kriegsfolgen nicht erfolgen;

Testament der Generalin von Rohdich von 1805

 

 1799

  • Das kgl.preuß. General-Auditoriat schreibt an das Kgl. Kammergericht:

„Der verstorbene General der Infanterie und Krieges-Minister von Rohdich hat sein allhier am Brandenburger Thor im Quarée belegenes Haus durch sein in Ausfertigung beiliegendes am 1. März 1796 publiciertes Testament vom 21. Januar c.a. dem Grenadier-Garde-Bataillon vermacht. Ew Excellenz und Ew. Königl. Hochlöbliches Cammergericht wollen wir daher nach dem Antrage des Obristen von Ingersleben als Chef des gedachten Bataillons um gefällige Verfügung...bitten, daß der neue Besitzer eingetragen werde"; 

(1858, Reinhard, Geschichte)

 

25. Februar 1796

Die National Zeitung der Deutschen veröffentlich in einem Nachruf auf den verstorbenen General von Rohdich einen ersten Versuch einer Biographie.

 

 

Seite 1

 

Seite 2

 

23. Januar 1796

  • Friedrich Wilhelm v. Rohdich verstirbt im 76 Lebensjahr zu Berlin an völliger Entkräftung;

  • als der König von dem herannahenden Tode seines Kriegs-Ministers Kunde erhielt, sandte er seinen General-Adjutanten, den Obersten von Zastrow, zu ihm, um den Sterbenden für alle dem Preußischen Staat geleisteten Dienste seinen Königlichen Dank zu überbringen;

  • auf die im Namen des Königs an ihn gerichtete Frage, ob er noch einen Wunsch habe, erbat er sich noch eine Gnade für einen alten Grenadier seines Bataillons; abends 7 Uhr schloß er die Augen. (1858 Reinhard, Geschichte)

     

  • seine Witwe bewohnte weiterhin einige Räume und vermietet den über-wiegenden Teil des großen Hauses, darunter auch an den Geheimen Oberjustizrat Karl Gottlieb Suarez (+ 1798), den Schöpfer des Preu-ßischen Allgemeinen Landrechts;

  • F. W. v. Rohdich wird auf dem Invalidenfriedhof zu Berlin beigesetzt;

     

  • die Stehle seiner Urne trägt auf den vier Seiten folgende Inschrift:

     

    Hier ruht die Asche eines guten Mannes / General d. I., Wirklicher Geheimer Staats- und erster Kriegsminister, Kriegespräsident,

    Chef des Ersten Bataillons Kgl. Leib-Grenadier-Garde, Ritter des Ordens vom Verdienst / Geschätzt von drei Monarchen als der redlichste Diener des Staates, bewundert von allen als Held, geliebt als Menschenfreund.

    Geb. 1719, gest. 1796 Gedient 58 Jahre / Dieses Denkmal erneuerten 1920 die dankbaren Kinder des Ersten Garde-Regiments zu Fuß

Bild des Grabes auf dem Invalidenfriedhof von 1925

  • der Bataillons-Kommandeur des I. Btl. Garde, Generalmajor v. Lecoq bestimmt, daß die Einkünfte des Hauses den Eltern der Kinder zu deren Unterhalt ausgezahlt werden sollen bis zum vollendeten 13. Lebensjahr. Einer Kommission aus Stabs- und anderen Offizieren des Bataillons wurde die Verwaltung der Gelder übertragen;

 

21. Januar 1796

  • zwei Tage vor seinem Tode diktierte Friedrich Wilhelm v. Rohdich das grundlegende Statut der Stiftung,  Rohdich'sche Legat genannt:

     

     "Die Einkünfte des Hauses mit den Mobiliarstücken, welches und welche ich meinem unterhabenden Grenadier Garde Bataillon unter den vorstehenden Bedingungen vermacht habe, sollen, wie ich hierdurch festsetze und bestimme zu ewigen Zeiten zur Erziehung der Kinder des genannten Bataillons einzig und allein Verwendung finden.“

  • so entstand das Rohdich'sche Legat, später im Besitz des 1. Garde-Regiments zu Fuß; Das Testament enthält ebenfalls eine Reihe von wohltätigen Zuwendungen: die Potsdamer Garnisonschule, die Potsdamer Stadtschule, die Heilig Geist Schule, das Armenhaus und die Oekonomische Gesellschaft wurden mit einer Zuwendung von je zweitau-send Reichsthalern bedacht;

  • während der Lebenszeit seiner Ehegattin sollte diese indessen ungestört im Besitz und Nießbrauch des Hauses bleiben und dasselbe erst nach deren Tode an das Bataillon übergehen;

1794

  • Ernennung zum General der Infanterie;

1792 - 1795

  • General-Lieutenant v. Rohdich wirkt erfolgreich für den Nachersatz an Menschen, Waffen und Munition, (1858, Reinhard, Geschichte);

  • er nimmt damit die Tätigkeit eines späteren Generalquartiermeisters der Armee wahr;

  • im 1. Koalitionskrieg (1792-96) stand Frankreich (Napoleon)  den europäischen Großmächten gegenüber, die die Ergebnisse der franzö-sischen Revolution rückgängig machen wollten;

1792

  • der kgl. preuß. Kriegsminister und General von der Infanterie Friedrich Wilhelm v. Rohdich erwirbt das Haus Pariser Platz Nr. 3 für 36.500 Friedrichs d'or und 25 Friedrichs d'or Schlüsselgeld;

bis 1792

  • bis zum Ausbruch des Feldzuges von 1792 wurde Rohdich vom König oft, damit er den Frontdienst nicht vergäße, zu Revuen und Manövern hinzugezogen, um größere Truppenabteilungen zu führen;

1791

  • der Oberhofmeister der Gemahlin Friedrich des Großen,  Graf von Voß und seine Gattin Sophie Marie, geb. Pannewitz,  beziehen die untere Etage, 

  • Gräfin Voß (*1.3.1729  +31.12.1814) wird 1793 die Oberhofmeisterin der Königin Luise v. Preußen;

1790

  • die Potsdamer Bürgerschaft läßt im Beratungszimmer des Magistrats eine Gedenktafel mit dem Bildnis Rohdichs und folgender Inschrift anbringen:

     


    Friedrich Wilhelm von Rohdich / Den Helden ein Muster /
    Den Bürgern ein Trost / Den Armen ein Vater / Drei Königen werth
    Errichtet aus Dankbarkeit von Magistrat und Bürgerschaft Potsdams 1790

 

  • die Tafel ist erhalten und befindet sich heute im Potsdam-Museum;

  • der König befreit General von Rohdich bei ausbrechendem Feldzug von der Teilnahme an diesem  und befiehlt, daß er in Berlin bleiben sollte;

  • Tamm (siehe 1779) verkauft das Haus am Quarrée für 27.000 alte Friedrichs d'or und Wilhelms d'or an Heinrich August Kunstmann;

19. Juni 1788

  • sehr ungehalten war König Friedrich Wilhelm II., daß in den Zeitungen militärische Dinge veröffentlicht wurden, die geheimgehalten werden sollten. Er schrieb darüber an General von Rohdich:

     

    "Ich kann Euch nicht verhalten, wie es Mir zum Mißfallen gereicht, in Erfahrung gebracht zu haben, daß verschiedene Meiner erlassenen Verordnungen über die Einrichtung Meiner Arm‚e in auswärtigen Journals durch den Druck bekannt werden, und daß besonders in einem derselben die ganze Instruction, welche Ich im vorigen Jahre für das Ober Krieges Collegium bey dessen Einrichtung vollzogen, befindlich ist. Es ist nicht anders zu vermuthen, als daß dergleichen Sachen durch Leute aus der Expedition und Kanzley des Ober Krieges Collegii weggegeben worden. Da Ich aber keinesfalls gestatten will, daß die von Mir an das Ober Krieges College abgehenden Ordres zu einer solchen unerlaubten Publicität gebracht, vielmehr sorgfältigst geheim gehalten werden sollen, so sehe Ich Mich genöthigt, Euch den Auftrag zu ertheilen, dieserhalb eine genaue Untersuchung anzustellen, künftig aber mit allem Ernst darauf zu halten, daß sich keine unterstehe, von denen ihnen anvertrauet werdenden Papieren etwas wegzugeben, weil ich sonst diejenigen, welche sich dergleichen unterstehen, nach aller rigueu bestrafen lassen werde. Es liegt Euch beiderseits als Präsident und Vize Präsident ob, nach geschehener Untersuchung Mir Eueren Bericht zu erstatten, ob Ihr denjenigen ausfindig gemacht, der von der Instruction des Ober Collegii eine Abschrift weggegeben, indem es Mein ernstlicher Wille ist, solchen bestrafen zu lassen. Charlottenburg, 19.6. 1788." (1858, Reinhard, Geschichte); 

5. November 1787

  • nachdem Rohdich von seinem König an 31.10. den Heiratsconsens erhielt, erfolgt die Eheschließung mit Caroline Friederike v. Hoffmann (geb. in Halle 1748, gest. 18.8.1806 zu Berlin), Wwe. des verstorbenen Geheimrates v. Oesfeld, Rohdich adoptiert den Sohn seines Bruders;

  • die Ehe ist überaus glücklich, bleibt jedoch kinderlos;

  • "Seine liebste Unterhaltung im häuslichen Kreise war, wenn er einen Circel von gelehrten und geistreichen Männern bei Tische um sich vereinigen konnte, und dazu gehörten besonders General Graf Lottum und der Geheime Legationsrath Oelrichs, welche beide seine vertrautesten Freunde waren", (1858, Reinhard, Geschichte);

  • General Friedrich Wilhelm von Rohdich bezieht die erste Etage des Hauses am Quarrée; (Pariser Platz 3); 

25. Juni 1787

  • König Friedrich Wilhelm II. ernennt Generalleutnant v. Rohdich unter Belassung seiner bisherigen Chargen zum Ersten Kriegs-Minister im Militair-Departement des Generaldirektoriums und den Generalmajor von Kannewurff zum Vizekriegspräsidenten; (Geh. Preuß. Staatsarchiv IV.HA, Rep. 16 – Dienstvorschriften Nr. 15);

  • er wird ferner zum Wirklichen dirigierenden Ersten Kriegsminister des Militair-Departement des Generaldirektoriums ernannt;  Generalleutnant v. der Schulenburg zum Zweiten Kriegsminister; (Geh. Preuß. Staatsarchiv IV.HA GR, Rep. 9 Allgem. Verwaltung, J3. Fasz. 147);

  • mit der Ernennung ist die Übersiedlung nach Berlin erforderlich. Entbindung vom Amt des Kommandanten von Potsdam;

  • Rohdich kann in diesem Jahr sein 50. Dienstjubiläum feiern; 

17. August 1786

  • Tod König Friedrichs II.,  Nachfolger wird sein Neffe, Prinz Friedrich Wilhelm II;

9. März 1786

  • Ernennung Rohdichs zum Generallieutenant. Der dankbare König gewährt ihm ferner eine jährliche  Zulage von 2000 Thalern und verleiht ihm die Medaille von Torgau;

  • er war jetzt der fast tägliche Umgang des Königs geworden und brachte Stundenlang allein mit dem Monarchen zu. Noch am vorletzten Tage seines Lebens ertheilte der König dem General die Disposition zu einem Manöver, welches die Garnison am Tage darauf ausführen sollte .General von Rohdich muß ein Mann von lauterstem Charakter gewesen sein. Er besaß das Vertrauen des Königs noch, als dieser ein mißtrauischer Greis geworden war;

     

  • König Friedrich II. hatte zum Andenken an die Schlacht bei Torgau (1760) eine große goldene Medaille schlagen lassen, deren wenige Exemplare er selbst verwahrte und die nie öffentlich bekannt und ausgegeben wurde. Ein Exemplar erhielt der General v. Rohdich, eine das I. Btl. Garde, eine das Rgt. Garde. Am 28. 1. 1788 wurden weitere Medaillen gemäß dem Testament des Königs verteilt. Vom I. Btl. Garde erhielt der Kdr, Major v. Kunitzki, vom II. Btl. OTL v. Röder, vom III. Btl. Mj. v. Arnim ein Exemplar; 

1779

  • Nach dem Tode von Sophie Charlotte v. Geuder, geb. v. der Groeben, wird das Haus am Quarrée an die Witwe des Geheime Staatsrats Labes verkauft; sie veräußert das Haus 1781 an den Commerzienrat Johann August Tamm;

20. Juni 1779

  • Ernennung zum Generalmajor von der Infanterie und Direktor des Großen Militair-Waisenhauses sowie Kommandant von Potsdam,

  • Rohdich ist fast täglich Mittagsgast des Königs und leitet in seiner neuen Stellung vorbildliche Veränderungen in der Erziehung und Vorbildung der Jugend ein;

  • erster Schritt hierzu ist die Wiederherstellung der schon unter Friedrich Wilhelm bestandenen Garnisonschule, "… fast ganz in der Weise, wie dieselbe noch heutigen Tages eingerichtet ist. Im Jahre 1721 gestiftet, war die Schule dazu bestimmt, die Soldatenkinder unentgeltlich zu unterrichten. Die Zahl der Kinder war aber außerordentlich groß, denn blos das Grenadier-Garde-Bataillon hatte deren 500. Während der Kriege war die Schule aber so in Verfall gerathen, theils aus Geldmangel, theils aus Mangel an Oberaufsicht, daß alle Kinder, die nicht im Waisenhause Aufnahme fanden, in den Straßen von Potsdam vollkommen verwilderten. In Gemeinschaft mit dem verdienten Feldprobst Kletschke entwarf von Rohdich einen Plan für die Verbesserung der Garnisonschule, welcher am 17. December 1780 die Allerhöchste Genehmigung erhielt; Es wurde ein eigenes Gebäude in der Priesterstraße für die Schule erworben, und die Zahl der Schüler stieg bald auf 700. General von Rohdich widmete der Anstalt fortgesetzt die ausdauernste persönliche Aufsicht, wohnte den Prüfungen bei und beschenkte die sich hervorthuenden Schüler, Ebenso erreichte er vom Könige die Erhöhung der Kindergelder von 8 auf 16 Groschen, und die Ausdehnung derselben auf alle Infanterie-Regimenter der Potsdamer Inspektion, während sie bisher nur für die Potsdamer Garnison bezahlt worden waren." (1858, Reinhard, Geschichte);

  • auch ein anderes Institut, welches Friedrich II gestiftet hatte, das aber ebenfalls in seiner Wirksamkeit den edlen Absichten des Königlichen Stifters nicht mehr entsprach, verbesserte General von Rohdich. Es war dies das Erziehungsinstitut für arme Officierstöchter. Es wurde nicht allein vergrößert, sondern auch durch Anstellung besonderer Erzieherinnen so eingerichtet, daß die Erziehung der jungen Damen eine vollkommen standesgemäße wurde, woran es gerade bisher gefehlt hatte.  "Der Zweck war, durch einen richtig abgegrenzten wissenschaftlichen Unterricht, so wie durch gründliche Unterweisung in allen weiblichen Arbeiten, die jungen Mädchen zu tüchtigen Erzieherinnen auszubilden und so den Segen der Anstalt auch noch  in weiteren Kreisen zu verbreiten". (1858, Reinhard, Geschichte);

  • Rohdich setzt ferner erhebliche Erleichterungen für die Potsdamer Bürger durch, die die Last der Einquartierung tragen:

     

    Das I. Bataillon Garde hatte das Vorrecht, nur zu Vieren in einer Stube und Kammer zu liegen; beim Regiment Garde und Grenadier-Garde-Bataillon zu Sechsen. Der Wirth mußte für die Einquartierung Licht und Aufwartung geben, vom 1. October bis Ausgangs April heizen, an Exerciertagen für sie kochen, Geschirr, Stroh und Utensilien liefern und das Bettzeug waschen lassen. Bis in die ersten Regierungsjahre Friedrichs II mußte er auch, wie oben erwähnt, alle süßen und sauren Zuthaten zum Essen liefern. Jede Compagnie hatte außerdem zwei Stuben als Montirungskammern. Diese harte Last erscheint weniger drückend, wenn man bedenkt, daß der König die meisten Häuser selbst baute und dann den Einwohnern schenkte, die Einquartierung also gleichsam nur ein Erbzins war. Zu dem Holz gab der König einen Zuschuß aus den Königlichen Forsten. Derselbe betrug für:   das 1. Bataillon Garde  77 Haufen, Regiment Garde  194 Haufen, Grenadier-Garde-Bataillon 102 Haufen, Unrangirte 12 Haufen. Außerdem gab der König über 200 Haufen Torf.Es ist in späteren Zeiten das Verdienst des Generals Rohdich um die Stadt Potsdam, daß er es als Commandant beim Könige durchsetzte, daß dieser nicht allein einen jährlichen Zuschuß von 7075 Thlr. für die Unterhaltung der Utensilien bewilligte, sondern auch nach und nach fast den gesamten Holzbedarf und die sonstigen Ausgaben übernahm, so daß in den letzten Jahren der Hauseigenthümer eigentlich nur die Stube hergab.

  • Rohdich erhält die Oberaufsicht über das Institut der Königlichen Hofpagen, welches damals noch eine ganze abgesonderte Anstalt war, und auch die Oberaufsicht über das 1774-1775 erbaute große Potsdamer Stadtarmenhaus;

  •  "Hierdurch kam er in direkte Verbindung mit dem Armenwesen der Stadt und suchte nun auch nach dieser Richtung hin so viel als möglich zu helfen und zu bessern. Er erreichte, daß die Bewohner dieses Armenhauses freies Holz und Mehl vom Könige erhielten, so daß dadurch die Hauptausgaben für die Anstalt auf Königliche Kassen übergingen, und da er nach und nach am besten die wirklich Hülfsbedürftigen in Potsdam kennen lernte, so übertrug der König ihm auch die Vertheilung des sogenannten Gnaden-Roggens an die Soldaten-Witwen, für welche der König jeden Monat 60 Scheffel hergab, die auch aus seiner Chatulle bezahlt wurden".  (1858, Reinhard, Geschichte)

  • "Waren diese Verbesserungen der Antrieb seines Herzens, so widmete er dem großen Militair-Waisenhause zu Potsdam, dessen Direktor er war, die ganze Sorgfalt, welche ihm sein reges Pflichtgefühl auferlegte. Noch jetzt schreiben sich viele Einrichtungen dieses so überaus wohltätigen Instituts von ihm her und in Allem, was er anordnete und betrieb, zeigte er stets die gründlichste Kenntniß dessen, was einem solchen Institut eigentlich nothwendig war. Dazu gehörte vor allen Dingen, daß er es war, welcher eine deutende Anzahl von Militair-Waisenknaben auf Kosten der Anstalt theils bei Handwerkern, theils bei Bauern auf dem Lande unterbrachte, wo sie verpflegt und erzogen wurden. Das Alles war ihm natürlich nur durch weise Sparsamkeit und Vermehrung der Mittel dieser Anstalt möglich. Diese Vermehrung gelang ihm zuerst durch die bessere Verpachtung des Amtes Bornstedt und der Alaun-Bergwerke bei Freienwalde, welche Besitzungen Friedrich Wilhelm I dem Waisenhause für ewige Zeiten zugesichert hatte, dann aber legte er sich sogar auf das Spekuliren, um seinen Anstalten neue Einnahmequellen zu eröffnen. Ein geeignetes Mittel dazu war die Anlegung eines Leihhauses oder Lombards in Potsdam, zu dessen erster Einrichtung das Waisenhaus ein Capital hergab, das mit 5 Procent verzinst werden mußte. Obgleich dieses Leihhaus nur 6 Procent nehmen durfte, so erreichte es trotzdem, bei vollständig gesichertem Capital, einen jährlichen Ueberschuß, den Rohdich wieder den armen Soldatenkindern zuwandte.So edle Fürsorge und so segensreiche Thätigkeit stellte den General in den Augen seines Königs immer höher, und wo es sich darum handelte, in der ganzen Monarchie eine wohlthätige Anstalt zu errichten, da wurde von Rohdich zu Rathe gezogen und sein Rath, als der gediegenste, befolgt. Mehrte sich so der Wirkungskreis des Generals nach allen Seiten, so mehrten sich auch die Ehren, die ihm zu Theil wurden"; (1858, Reinhard, Geschichte);  

    17. Juni 1779

  • Ernennung zum Commandeur en Chef des Grenadier-Gardebataillons (Nr. 6) anstelle des verabschiedeten Generalmajors v. Lestwitz (bis 1796), errichtet 1675 als Regiment Kurprinz, 1713-1740 Königsregiment (I. Leibbataillon. von 1710 -1717 Rgt. Rote Grenadiere); 

    1779

  • als der Feldprobst Balk verstirbt, bekommt Rohdich vom König folgenden Auftrag: „Da der hiesige Feld Probst Balg verstorben und Ich an dessen Stelle gerne einen solchen Menschen haben will, der sich recht gut dazu schickt, sein, wie es sich gehöret zu verrichten, der dreiste und gesetzt ist und die Gabe hat, bei vorfallenden Aktionen den blessierten Soldaten gut zuzureden und Trost einzusprechen, damit aus Liebe und Eiffer für das Vaterland und den Dienst alles in Geduld ertragen und sie sich über ihren Zustand beruhigen, so habe Ich Euch hierdurch auftragen wollen, Euch darum Mühe zu geben und zuzusehen, wie Ihr einen dergleichen Menschen, der diese Eigenschaften hat und dabei einen rechtschaffenden Charakter besitzet, ausfindig machet, dem ihr Mir alsdann vorschlagen könnet. Potsdam, 8.6.1779." (1858, Reinhardt); 

  • auf Vorschlag des Obersten von Rohdich wird dann am 11.6.1779 der Feldprediger Kletschke zum Feldprobst der Armee ernannt; 

    1778 - 1779

  • im Bayerischen Erbfolgekrieg übernimmt Rohdich die Reserve-Brigade des Königs für den erkrankten Generalmajor v. Lestwitz; 

    1776

  • Ernennung zum Generalinspekteur der Westfälischen Infanterie-Inspektion und zum Drost zu Emden und Übernahme der Amtshauptmannschaft Mühlenhof in Berlin;

  • Drost: Bezeichnung für Beamten (meist in Norddeutschland), der in einem bestimmten Verwaltungsbezirk den Landesherrn vertrat (ähnl. Amtmann, Amtshauptmann);

  • Ernennung zum Kommandeur des Regiments Garde (Nr. 15 b u. c der alten Armeeliste) als Nachfolger des verabschiedeten Generalmajors v. Buttlar, zum Inspekteur der Garden und den übrigen zur Potsdam Inspektion gehörenden Truppenteile; 

    1775

  • als der König in Schlesien mit den Regimentern nicht zufrieden ist, schickt er Rohdich hin, um ihnen das Exerzieren beizubringen. Anschließend muß er die schlesischen Festungen bereisen und dem König darüber berichten. Nach dem Tode des dem König nahestehenden Obersten von Quintus Icilius (de Guichard, gen. Marquis de Wassersuppe) wurde Oberst Rohdich auf Wunsch des Königs die Vormundschaft für dessen Kinder übertragen. Rohdich ordnete ferner dessen große Bibliothek und schafft sie auf Anweisung des Königs nach Berlin;

    1774

  • Johann Georg v. Geuder, Eigentümer des Hauses am Pariser Platz, verstorben; 

    13. Juni 1771

  • Ernennung zum Oberst;

    17. August 1767

  • Ernennung zum Obristlieutenant;

    1763

  • nach dem Frieden zu Hubertusburg ist von Rohdich bis zum Tode des Königs (1786) fast immer in dessen Nähe gewesen. Er war der letzte, der Friedrich den Großen am Tage vor seinem Tode gesehen hat und der darüber Aufzeichnungen hinterlassen hat, wie furchtbar der König gelitten haben muß. (1858, Reinhardt), 

  • die bekannte Zeichnung Adolf v. Menzels zeigt ihn hinter seinem König auf der Terrasse von Schloß Sanssouci, neben ihm der General v. Pfuel. (Kugler/Menzel. Geschichte Friedrichs des Großen, siehe oben);

    23. Juli 1760 

  • F.W. v. R.wird zum Major befördert und ihm wtrd das Recht des persönlichen Adels verliehen; 

    3. November 1760

  • Schlacht bei Torgau, F.W. v. Rohdich wird zum dritten Male mit dem Orden Pour Le Mérite ausgezeichnet. (Lehmann, Ritter des Ordens PLM)

  • dieser Fall ist einmalig in der preußischen Armee und in der Verleihungsgeschichte des Ordens Pour le Mérite handeln. Ab 1810 konnte dieser Tapferkeitsorden, der bis 1918 nur Offizieren vorbehalten war, nur einmalig verliehen werden, eine nochmalige Erhöhung war das ab 1915 verliehene Eichenlaub zum PLM

  • Schlacht bei Torgau (Sachsen-Anhalt): Preußische Armee unter König Friedrich II.  (44.000 Mann) gegen die österreichische Armee unter Feldmarschall Graf Daun (53.000 Mann); 

    11. Januar 1758

  • Friedrich der Große zeichnete auch den Vater v. Rohdich, Friedrich Johann Bernd, besonders aus und verleiht dem Invaliden die Werdersche Invaliden-Kompagnie für den verstorbenen Kapitän Stein; 

    5. Dezember 1757

  • Schlacht bei Leuthen, Rohdich erhält zum zweiten Mal den Orden Pour le Mérite;

  • aus dem Regimentsbuch des Regiments Garde. KA XXV. 122, S. 65:   „Es verloren das II. Bataillon 31 Grenadiere tod, 6 Offiziere, 10 Unteroffiziere, 3 Spielleute, 3 Zimmerleute, 152 Grenadiere verwundet; das III.: 1 Offizier, 1 Unteroffizier, 40 Grenadiere tod, 10 Offiziere, 14 Unteroffiziere, 1 Spielmann, 5 Zimmerleute, 241 Grenadier verwundet. Diese beiden Bataillone haben das Dorf Leuthen attackiert, die Österreicher, so lauter Grenadier, daraus verjagt; vor dem Dorf 2 Kanons und auf dem Kirchhof 5 genommen, welche der König das Stück mit 100 Dukaten bezahlt hat. Nachdem das Dorf weg war und die Garde auf jener Seite wieder formieret, fanden sie von Neuem eine Linie Grenadier, so ordentlich auf sie avancierte. Sie hatten keine Patronen mehr, blieben aber doch im Avancieren, bis ein Pulverkarren ankam, und warfen des feindlichen Grenadiers über den Haufen. Die Kapitains von M. und Rohdig haben sich besonders distinguiert. Der König ist ungemein zufrieden mit ihnen gewesen. Alle Kapitains haben die Orden p.l.m.“

  • Schlacht bei Leuthen (Schlesien): Preußische Armee unter König Friedrich II. (35.000 Mann) gegen die österreichische Armee (65.000 Mann) unter Prinz Karl v. Lothringen;

     5. Juni 1757

  • der König überträgt Rohdich eine Canonicats-Präbende beim Stift St. Peter und Paul zu Magdeburg, später erhält er auch die Amtshaupt-mannschaft von Rosenberg, Praebende bezeichnet  ein Einkommen aus einem geistlichen oder weltlichem Amt; 

    6. Mai 1757

  • für besondere Tapferkeit in der Schlacht und Belagerung von Prag, 23.-24. Mai 1757, verleiht König Friedrich II. dem Kapitain im Regiment Garde Friedrich Wilhelm Rohdich den Orden Pour le Mérite;

  • Vossische Zeitung 1757 Nr. 69 vom 9. Juni: S.M. der König haben die Herren von R. und v. L. (Anton Erdmann v. Lohmann), Kapitains unter Dero Garde zu Fuß wegen ihrer bei dem letzten feindlichen Ausfalle bei Prag (23.-24. Mai) bezeigten ungemeinen Bravour mit dem Orden p.l.m. begnadiget;

  • Journal der Königlichen Armee, Danziger Beiträge II. 665: (In der Nacht vom 25./26. Mai 1756 machten eine große Anzahl Österreich. Grenadiere und 1000 Kroaten, vom Hunger zur Tollkühnheit und Verzweiflung getrieben, einen Ausfall); Das Piket vom 3. Bataillon Garde, welches aus 100 Mann bestand, hat nur 6 Todte und 22 Verwundete, das ebenso starke Piket vom 2. Bataillon aber, welches sich unter Anführung des Kapitains L. in die neue Redoute geworfen hatte, nur 1 Todten und 6 Blessierte. Dieser Offizier und der Lieutenant von Raoul, Adjutant vom 3. Btl. Garde, welcher am Ohr verwundet wurde, haben viel Ehre eingeleget... Auf den ersten Schuß, der auf unsere Bedeckung geschah, rückte das Piket vom 3. Btl. Garde unter dem Kapitain R. an, um die in einige Unordnung geratene Bedeckung zu unterstützen. Da er aber wegen der Dunkelheit der Nacht diese vom Feinde kaum unterscheiden konnte, so mußte der Lieutenant von Jorck mit 2 Pelotons rekognoszieren, auf welche der Feind Feuer gab. Der Kapitain R, der bei diesem Feuern die Stellung des Feindes wahrnahm, beschloß sogleich, ihm in die Flanke zu gehen. Er rief Marsch! Sein Piket folgte ihm, feuerte ordentlich pelotonweise und rief sich zu: Marsch! Marsch! Der Feind ergriff daher an diesem Orte die Flucht, um desto geschwinder, da er die Schwäche des Piket nicht wußte und aus Geschrei ganze Bataillons vermutete..","Dieser Offizier wurde mit Ehre und Ruhm überhäuft. Der Prinz Ferdinand und der Feldmarschall Keith machten ihm das Kompliment, und das Piket wurde von gedachter S.K.H. reichlich beschenkt, weil selbiges nebst den übrigen Pikets den feindlichen Angriff mit solcher Herzhaftigkeit aufgehalten hatte, daß die ganze Armee Zeit gewann unter Waffen zu kommen..." (Lehmann, Geschichte der Ritter des Pour le Mérite)

  • In der Schlacht bei Prag (Böhmen) am 6.5.1757 standen sich die preußische Armee mit 67.000 Mann und die österreichische mit 61.000 Mann gegenüber;

    13. Juli 1756

  • Beförderung zum Capitain; beim Ausmarsch erhält er eine Compagnie im I. Batl. Garde;

     23. März 1756

  • Beförderung zum Stabscapitain, Dienst im I. Bataillon Garde (Nr. 15a);

     1756 - 1763

  • Dritter Schlesischer (Siebenjähriger) Krieg;

     1749

  • Beförderung zum Premierlieutenant;

    26. März 1746

  • Rückkehr Rohdichs nach Potsdam; er hatte im Auftrag seines Königs in Bayern und in der Schweiz das „Werbegeschäft“ erfolgreich betrieben, d.h. er warb Soldaten für die preußische Armee an. Der König spricht ihm seine besondere Anerkennung aus. Danach widmet sich Rohdich seiner wissenschaftlichen Ausbildung (1858, Reinhard, Geschichte).

     1744 -1745

  • Zweiter Schlesicher Krieg;

     10. Februar 1744

  • Ernennung zum Secondelieutenant;

     1740 - 1742

  • Erster Schlesischer Krieg;

    23. Juni 1740

    Ernennung zum Fähnrich (Offizieranwärter) im I. Btl. Garde (Nr. 15a der alten Armeeliste); 

    1737

  • nach Ausbildung als Grenadier stellt König F.W. I. den jungen Rohdich bei der Leibkompagnie des Königs ein, wo er sich durch Diensteifer, strengste Gewissenhaftigkeit und Fähigkeiten auszeichnet (1858, Reinhard, Geschichte);

  • er wird wenig später zum Unteroffizier im Regt. des Königs (Nr. 6) befördert; 

    1735 - 1737

  • Johann Georg von Geuder, genannt von Rabensteiner, Preußischer Hofmarschall, Ritter und Kanzler des Johanniter-Ordens, Erbherr auf Steinfeld in Franken, (* 25.11.1677 + 26.3.1747) und seine Gemahlin Sophie Charlotte v. der Groeben (* 8.3.1708 + 12.9.1778) lassen auf dem Quarrée am Brandenburger Tor ein zweistöckiges Wohnhaus erbauen und bewohnen es;

  • aus den Grundbüchern (Lagerbüchern) des Kammergerichts geht hervor, daß die Mehrzahl der Häuser unter den Linden am Quarrée (später Pariser Platz) und in der Wilhelmstraße ihre Entstehung einem Dekret König Friedrich Wilhelms I. verdanken;

  • die älteste das Haus betreffende Urkunde ist ein 40 Blatt starker Aktenband im Preußischen Staatsarchiv: acta wegen des Hofmarschall von Geudern Haus Bau auf hiesiger Neustadt, 1735, 1736, 1737;

    20. April 1734

  • Aufnahme in das Joachimsthalsche Gymnasium zu Berlin;

  • der Vater des Generals stand schon in hohem Ansehen bei König Friedrich Wilhelm I. v. Preußen, der deshalb von Jugend auf für den Jungen sorgte. Dafür spricht folgendes Schreiben aus dem Jahre 1734: "An die Directores der Joachimsthaler Gymnasii. S.K.M. befehlen denen Directoribus des Joachimsthalschen Gymnasii in Gnade, den „ältesten Sohn des Feldwebels Rohdich von S. Maj. Leib Compagnie, in das Joachimsthalsche Gymnasium an und aufzunehmen, demselben sogleich den Freytisch zu geben und allen Benificien ohnentgeltlich theilhaftig zu machen. Potsdam, 20. April 1734. Friedrich Wilhelm";

    22. Februar 1719

  • Friedrich Wilhelm Rohdich wird in Potsdam geboren;

  • Vater: Friedrich Johann Bernd Rohdich, Offizier unter König Karl XII. von Schweden, von großem Wuchs, 1715 in Stralsund gefangen, trat in preußische Dienste, von König Friedrich Wilhelm I. als Feldwebel bei der Garde (Leibkompagnie des Königs) eingestellt. Gest. 7.11.1759 in Potsdam als Kapitän und Kommandeur des Werderschen Invalidenkorps. Mutter: Dorothea geb. Beaters;

  • in einer der ältesten Stammrollen des Königs-Regiments Nr. 6 wird der Name Bernhard Rodig (damalige Schreibweise) erwähnt. In der Leib-Kompanie standen 172 „Lange Kerls“ mit den größten Körpermaßen;

  • der Vater v. Rohdich diente dort als Fourier (Verpflegungs-Feldwebel)

    „Es ist nicht unwahrscheinlich, daß der König bei dem jungen Rohdich Pathenstelle übernommen, denn von seinem frühesten Alter interessierte er sich auf das huldreichste für den munteren und aufgeweckten Knaben.“ (1858, Reinhard, Geschichte)