Der Stiftungssitz

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"Auf der Dorotheenstadt im Quarree", dem heutigen Pariser Platz in Berlin, erbaute von 1735 - 1737 Johann Georg von Geuder gen. Rabensteiner, preußischer Hofmarschall, Ritter und Kanzler des Johanniter-Ordens, das spätere Legaten-Haus, um es mit seiner Gemahlin Sophie Charlotte von der Groeben selbst zu bewohnen. 1774 verstarb von Geuder. In den folgenden Jahren wechselten mehrfach die Besitzer.

Am 20. August 1792 erwarb der General der Infanterie und preußische Kriegsminister Friedrich Wilhelm von Rohdich das Haus, das er zusammen mit seiner Gemahlin, der Geheimrätin Friedericke von Oesfeld, nur vier Jahre bis zu seinem Tod am 23. Januar 1796 bewohnte.
Kurz zuvor hatte er testamentarisch verfügt, dass die Rendite aus der Vermietung künftig den Kindern seines Grenadiergarde-Bataillons zugute kommen sollte.

Frau von Rohdich, die einige Räume des Hauses nach dem Tod ihres Mannes weiterhin bewohnte, vermietete den überwiegenden Teil des Gebäudes. Sie verstarb 1819. Die Rohdich'schen Erben versuchten vergeblich, das Haus für sich zu gewinnen; es blieb der testamentarischen Verfügung erhalten!

1878 wurde das Gebäude wegen baulicher Mängel abgerissen und an seiner Stelle unter den Baumeistern von Strahlendorff, Rosemann und Jakob zwischen 1878 und 1880 ein neues Objekt errichtet.

Die späteren Mieteinnahmen wurden weiterhin dem Stiftungszweck entsprechend verwendet. 1945 wurde das Haus während eines alliierten Bombenangriffs zerstört.
Nachdem die Stiftung 1951 durch den Ostberliner Magistrat aufgelöst und infolge der Auflösung enteignet worden war, betrachteten sich nach der Wiedervereinigung zunächst das Land Berlin und später der Bund gem. Einigungsvertrag als rechtmäßige Eigentümer des Grundstücks. Der Rückübertragungsanspruch der Stiftung nach dem Vermögensgesetz wurde bis heute nicht abschließend beschieden. Der Bund selbst hatte keine Bauabsichten, sondern wollte das Grundstück veräußern. Der Bundesminister der Finanzen überließ jedoch der Stiftung das Vorschlagsrecht bei der Benennung des Käufers.

Die Deutsche Genossenschaftsbank AG erwarb das Grundstück und räumte der Stiftung u.a. ein 30jähriges mietfreies Nutzungsrecht einer Bürofläche in dem am Pariser Platz 3 geplanten Bankgebäude ein. Die Stiftung verzichtete allerdings auf dieses Recht gegen Zahlung eines entsprechenden Ausgleichs.

Im Jahr 1997 ergab sich die Möglichkeit, ein Gebäude in enger Anbindung an die Julius-Leber-Kaserne vom Bund anzumieten, das nach entsprechender Renovierung als Berliner Geschäftsstelle eingerichtet wurde. Im Jahre 2007 wurde das Gebäude durch den vRLF käuflich erworben.