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Die Geschichte des Legatenfonds
Friedrich Wilhelm von Rohdich wurde am 22. Februar 1719 in Potsdam als Sohn eines preußischen, aus Schweden stammenden Offiziers geboren.
König Friedrich Wilhelm I. fiel der aufgeweckte, großgewachsene junge Mann auf. Er ließ ihn erziehen und stellte ihn mit 18 Jahren in das Leibgarde - Bataillon ein.
Sein tapferes und umsichtiges Verhalten in verschiedenen Feldzügen führte dazu, daß er rasch Karriere machte.
Als Kommandant von Potsdam widmete er sich vor allem der Jugendfürsorge, dem Aufbau der Garnisonschule und der Verbesserung des Erziehungsheims für arme Offiziertöchter.Später wurde er Direktor des großen Waisenhauses in Potsdam. Darüber hinaus leitete er weitere königliche Einrichtungen. Von Rohdich war verheiratet, seine Ehe blieb kinderlos.
Am 21. Januar 1796 diktierte der General der Infanterie, Mitglied des Staatsrates und Kriegsminister sein Testament und verfügte damit das grundlegende Statut der Stiftung.
"Die Einkünfte meines Hauses mit den Mobiliarstücken, welches und welche ich meinem unterhabenen Grenadiergarde - Bataillon unter den vorstehenden Bedingungen vermacht habe, sollen, wie ich hierdurch festsetze und bestimme, zu "ewigen Zeiten" zur Erziehung der Kinder des genannten Bataillons einzig und allein Verwendung finden."
Am 23. Januar 1796 starb von Rohdich.
Fortan wurde das "von Rohdich´sche Legatenhaus", Pariser Platz 3 in Berlin, vermietet und mit dem Erlös die Ausbildung der Kinder von Bataillonsangehörigen finanziert. Nach Auflösung des Grenadiergarde - Bataillons im Jahr 1819 ging 1824 die Tradition auf das Erste Garderegiment zu Fuß (EGRzF) über.
Nun nahm die Verwaltung der Stiftung, der 1880 die Rechte einer juristischen Person zuerkannt wurden, eine Immediaten-Kommission des EGRzF wahr.
Damit wurden die Kinder der Angehörigen des EGRzF Nutznießer der Stiftung.
Nach Auflösung des EGRzF im Jahr 1918 folgte 1921 die Übergabe der Tradition an das zwischenzeitlich aufgestellte Infanterie Regiment 9 (IR 9).
Im selben Jahr gründeten die Ehemaligen des EGRzF und Angehörige des IR 9 den Semper talis Bund (StB). Die Verwaltung des "von Rohdich´schen Legatenfonds" übernahmen Offiziere und Unteroffiziere des IR 9 und StB sowie zwei Angehörige des preußischen Staatsministeriums.Die Geschäftsführung wurde einem Feldwebel des IR 9 übertragen.
Eine hohe Wertsteigerung des Berliner Grundstücks und der damit gestiegene Mieterlös ermöglichten den Erwerb von drei weiteren Immobilien in Potsdam.
Bis 1945 konnten die Kinder von Unteroffizieren, Mannschaften und entsprechenden Beamten des Traditionsregiments IR 9 mit einer monatlichen Ausbildungsbeihilfe von je 30 Mark unterstützt werden.
Unmittelbar nach Kriegsende bemühte sich der Stiftungsvorstand unter Mitwirkung des StB intensiv um die Fortführung des Stifterwillens.
1951 wurde die Stiftung in einem internen Verwaltungsakt des Magistrats von Groß-Berlin aufgelöst und das Stiftungsvermögen dem Volkseigentum zugeführt.
1961 übernahm das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung die Tradition der im StB vereinigten Regimenter EGRzF und IR 9 und wurde damit vorrangig Nutznießer der Stiftung.
Seit 1972 bemühte sich der StB intensiv um die Beweissicherung der Besitzanspüche der Vermögenswerte. Die rechtmäßige Vertretung der Stiftung durch den StB wurde in einem Beweissicherungsverfahren ausdrücklich festgestellt. Nach der Wiedervereinigung wurde ein Restitutionsverfahren eingeleitet. Der Bundesminister der Verteidigung übernahme nach Artikel 130 Abs. 3 des Grundgesetzes die Aufsicht über die Stiftung. Die Stiftungsauflösung aus dem Jahr 1951 widerrief das Verteidigungsministerium. Ein 7 Personen zählender Stiftungsvorstand aus aktiven und ehemaligen Soldaten des Wachbataillons wurde berufen und eine neue Stiftungsverfassung erlassen.
Obwohl der Bundesminister der Finanzen (BMF) Anspruch auf das Vermögen der Stiftung erhebt, konnte im Rahmen der Veräußerung eines Teils der Vermögenswerte die Stiftung in die Lage versetzt werden, den Stifterwillen fortzuführen.
Ein langwieriges Restitutionsverfahren und ein Verwaltungsgerichtsverfahren in Berlin führten leider nicht zu der erhofften Rückübertragung des gesamten Stiftungsvermögens. Das Bundesministerium der Finanzen hat seinen Anspruch auf große Teile des Vermögens gerichtlich durchgesetzt.
Der Stiftungssitz in Köln wurde 1997 durch die Einrichtung einer Geschäftsstelle in Berlin erweitert.
Die Grabstätte von Friedrich Wilhelm von Rohdich befindet sich auf dem Berliner Invalidenfriedhof. Stark beschädigt hatte sie die Kämpfein Berlin zum Ende des zweiten Weltkrieges sowie die Vernachlässigung während der DDR-Zeit in unmittelbarer Nähe zur Mauer überstanden.
Am 12. Juni 1998 wurde die Einweihung der original restaurierten Grabstätte mit einem würden militärischen Festakt begangen.
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Kurzbiographie
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Friedrich Wilhelm von Rohdich
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22. Februar 1719
Geburt von FriedrichWilhelm von Rohdich als Sohn von Friedrich Johann Bernd (bis 1759), Feldwebel der Garde des schwedischen Königs Karl XII, und Dorothea, geb. Beaters.
Konfession: evangelisch.
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20. April 1734
Eintritt in das Joachimsthalsche Gymnasium in Berlin.
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1736
Eintritt in den Militärdienst; u. a. Beförderungen zum Major 1760, zum Oberstleutnant 1767, zum Oberst 1771.
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1776
Ernennung zum Generalinspekteur der Infanterieinspektion.
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1779
Ernennung zum Generalmajor und zum Direktor des Militärwaisenhauses sowie Kommandanten von Potsdam.
Um Geld für Wohltätigkeitszwecke zu sammeln, richtet Rohdich in Potsdam ein Leihhaus ein.
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09.März 1786
Ernennung zum Generalleutnant.
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25. Juni 1786
Ernennung zum ersten Präsidenten des Oberkriegskollegiums sowie zum Geheimen Staats- und Kriegsminister.
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5. November 1786
Heirat mit Friederike Karoline von Hoffmann, gesch. v. Oesfeld.
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19. Juni 1788
Nachdem militärische Angelegenheiten öffentlich geworden sind, erteilt Friedrich Wilhelm II. in einem Schreiben vom Rohdich den Auftrag, die in der Expedition und der Kanzlei des Oberkriegskollegiums vermuteten Informanten zu ermitteln.
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08. Januar 1794
Ernennung zum General der Infanterie.
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21. Januar 1796
Verfasst sein Testament und setzt somit die grundlegenden Statuten der daraus entstehenden Stiftung
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23. Januar 1796
FriedrichWilhelm von Rohdich stirbt in Berlin im Alter von 76 Jahren
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